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Therapieeinheit mit dem Pferd  

 

Reittherapie für Kinder mit Sprach-Gleichgewichtsstörungen sowie mangelndes Selbstbewusstsein

 

Verdeutlichung anhand eines Ablaufes einer möglichenTherapiestunde

 

Einsatzmöglichkeiten des Pferdes:

 

Von dem Reitpädagogen werden die Kinder begrüßt.

Die Kinder dürfen die Boxentür unter Aufsicht des Reitpädagogen öffnen und das Pferd mit einem Strick aus der Box herausführen. Hierbei müssen sich die Kinder untereinander geeinigt haben, wer diese Aufgabe übernehmen darf. Anfangs gibt der Reitpädagoge noch Hilfestellungen und Lösungsvorschläge bei der möglichen Konfliktbewältigung, zieht sich aber im Laufe der Zeit mehr und mehr zurück.

Die Kinder müssen sich klar äußern ob sie heute mal das Pferd aus der Box führen möchte. Am Anfang werden sich oft die selbstbewussteren Kinder durchsetzen können und andere schüchtern im Hintergrund stehen. Hierbei ist es wichtig die Schüchternen Kinder zu beachten aber nicht zu bevormunden.

Es wird einige Zeit dauern bis manche Kinder aus sich heraus kommen und Vorderrungen stellen. Den langfristigeren und größeren Erfolg erlangt man, indem auch diese Kinder vom Ergeiz und willen gepackt sind und sich von allein zu Wort melden. Nun gibt der Reitpädagoge diesen Kindern den passenden Rückhalt und bestätigt sie.

 

Die Putzsituation:

Alle Kinder werden dazu aufgefordert das Putzzeug zu holen, um das Pferd je nach seinen eigenen Kompetenzen und Möglichkeiten zu putzen. Hierbei kommen die Kinder oft ins Gespräch, wo sie putzen möchten, ob das Pferd heute sehr schmutzig ist und oft werden Vermutungen und Gefühle interpretiert warum das Pferd müde oder traurig aussieht. Manchmal spiegelt das Pferd die Gefühle des Kindes wieder. Traurige Kinder sehen oft ein lustloses Pferd mit traurigen Augen.

Unter der Aufsicht des Reitpädagogen putzen die Kinder selbstständig das Pferd. Im Umgang mit dem Pferd lernen Kinder auch die Bedürfnisse der Tiere wahrzunehmen und auf sie einzugehen. Beim Putzen hat der Reitpädagoge die Möglichkeit das befinden des Kindes wahrzunehmen und es ein zu schätzen.

 

 

 

 

 

Wenn das Pferd fertig geputzt worden ist, werden die nötigen Dinge wie z.B. der Voltigiergurt zusammen mit dem Reitpädagogen befestigt. Auch hier werden die Kinder mit einbezogen und lernen wie die verschiedensten Gegenstände heißen. Tiere sind generell sprachlich anregend, somit wird auch der Wortschatz erweitert. Die Kinder fangen ohne Hemmungen an zu sprechen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Pferd ist nun fertig und darf von einem Kind in die Halle gebracht werden. Auch hier müssen sich die Kinder wieder einigen wer das Pferd hineinführen darf.

Während sich das Pferd warm läuft müssen sich die Kinder entscheiden, wer als erstes auf das Pferd darf und eine Reihenfolge festlegen. Hierbei werden die Kinder zur Kommunikation angeregt. Es gibt oft verschiedene Meinungen, die unter umständen zu langen und hitzigen Diskussionen führen können. Der Reitpädagoge hält sich weitestgehend zurück und gibt evtl. Lösungsvorschläge.


Das Voltigieren:

Das Befinden und die Motivation des Pferdes wird durch das warm laufen ohne Reiter, durch den Reitpädagogen beurteilt.

Anfangs können Spiele mit und an dem Pferd gemacht werden, bei denen alle Kinder beteiligt sind.

Anschließend geht jedes Kind einzeln auf das Pferd, begrüßt es auf seine Art und Weise z.B. eine Umarmung des Halses oder klopft sanft seine Schultern.

Das Kind soll sein Pferd bewusst wahrnehmen und sich auf das Voltigieren konzentrieren.

Kinder die schon geübt sind und wissen was sie wollen, können sich als erstes eine Übung oder Gangart wünschen. Grundsätzlich ist das Reiten in allen drei Grundgangarten je nach Kompetenzen und Fähigkeiten der Kinder möglich.

Wurde der Wunsch des Kindes erfüllt, stellt der Reitpädagoge eine Übung vor, die im Vorfeld auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmt worden ist.

Viel wert wird darauf gelegt, das die Kinder sich klar und deutlich verbal ausdrücken müssen. Der Reitpädagoge sollte nur wenig Fragen stellen, die mit ja und nein beantwortet werden können.

Ein Kopfschütteln wird von dem Reitpädagogen nicht akzeptiert, er wartet auf eine verbale Äußerung des Kindes. Die kleinen Reiter lernen es schnell, dass es erst los geht, wenn sie sich verständlich äußern.

Ängste der Kinder werden generell ernst genommen. Sie lernen am Anfang das Wort Stop und deren Bedeutung kennen. Es ist wichtig das die Kinder ihre eigenen Grenzen erfahren und sich selber einschätzen sowie Vertrauen zum Pferd und zum Reitpädagogen bekommen.

Bei manchen Übungen werden Situationen erschaffen in denen das Kind bewusst in eine für ihn unangenehme Lage gebracht wird. Hierbei wird das Kind und deren Reaktion genau im Auge behalten.

Sie sollen ein Gefühl dafür bekommen, ob sie schief auf dem Pferd sitzen und in der Lage sein sich wieder richtig zu positionieren.

Bei den meisten Übungen werden die Kinder vom Reitpädagogen am Pferd begleitet.

Die meist geringe Bewegungserfahrung motorisch eingeschränkter Kinder kann hier in spielerischer Art und Weise aufgearbeitet werden. Dabei ergeben sich vielfältige Bewegungsmöglichkeiten, die genutzt werden können, um diese Ziele zu erreichen:



 

 

Es gibt viele Übungen mit verschiedenen Zielsetzungen, die hier nicht genauer beschrieben werden können.

Jedes Kind sollte die Möglichkeit bekommen 2x auf dem Pferd zu sitzen. Auch Partnerübungen sind möglich.

Am Ende der Stunde wird das Pferd wieder von einem Kind aus der Bahn geführt.

 

 

Der Abschluss:

Das Pferd wird fertig gemacht und die Sachen werden gemeinsam weggebracht. Zum Schluss darf jedes Kind das Pferd füttern, was bei vielen Kindern eine große Überwindung ist. Das Pferd hat ein großes Maul mit vielen Zähnen und sabbert. Die Kinder dürfen sich jeder auf seine Art und Weise, von dem Pferd verabschieden. Nun wird das Pferd in seine Box oder auf die Wiese gebracht.

 

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